Aus Kritiken
Fabelhafte Italienische mit Akademikern
Kaum haben die Vorlesungen begonnen, nimmt das universitäre Leben an Fahrt auf, da präsentiert das Akademische Orchester bereits sein erstes Konzert der Saison im Gewandhaus. Zunächst gewinnt man allerdings den Eindruck, die Akademiker müssen sich nach der Sommerpause erst wieder zusammenfinden: In kleiner Besetzung spielen sie Igor Strawinskys Pulcinella-Suite. Und die muntere Komposition klingt noch leicht wacklig in Zusammenspiel und Intonation. Horst Förster leitet die Musiker zwar freundlich durch die Partitur, es gibt gute Einzelleistungen, aber der Streicherklang streut und dem Kammerorchester fehlt es an Geschlossenheit und Selbstbewusstsein.
Ein ganz anderer Eindruck entsteht in kompletter Sinfonieorchesterbesetzung: Als große Gruppe klingen die Streicher homogen, rund und gut aufeinander eingespielt. In Bruchs Violinkonzert lässt Förster einfühlsam begleiten. Die exzellente Solistin Yi-Chun Lin spielt mit vollem, rundem Ton in allen Lagen, der wunderbar weit trägt. Die Geigerin beweist große Musikalität und lässt es auch an natürlicher und temperamentvollen Virtuosität nicht fehlen.
Das Anfangsmotiv von Mendelssohns Italienischer nehmen die Akademiker in frischem Tempo. Gut koordinierte Bläsersätze harmonieren mit warmen Streichen. Gerät die Basslinie im Andante con moto leicht gleichförmig, lässt Förster doch schön geschwungene Melodielinien darüber musizieren. Der Chef spornt schließlich zum furiosen Finale an, das mit flitzenden Geigenläufen und prägnanten Bläsereinwürfen um Klassen besser ist, als der Beginn des Konzertes. Als Zugabe gibt es noch ein musikalisches Bonbon mit auf den Heimweg: Das Scherzo aus der Musik zum Sommernachtstraum. (LVZ vom 27. Oktober 2010)
 
Glanzvoller Saisonabschluss im Gewandhaus
"Was kann man nach solch einem Werk noch spielen?", fragt Horst Förster am Montagabend kurz nach zehn in die Runde, als die letzten Töne von Beethovens Fünfter verklungen sind. Die letzten festlichfrischen Töne des sinfonischen Prachtstücks, das den glanzvollen Saisonabschluss der Akademischen Konzerte bildet. In dem das Akademische Orchester mit seinem Dirigenten Förster der Komplexität Beethovenscher Genialität nachgespürt hat, nicht immer lippensynchron im Zusammenspiel von Streichern und Bläsern, aber markig und schwungvoll im Allegro con brio, mit Streicherwohlklang im Andante con moto, der sich im Crescendo luftig aufbauscht, mit verhaltenelegischen Bögen im Allegro, die sich von den Violinen bis ins Holz spannen, und immer mit wunderschönen Soli von Oboe, Fagott und Flöte.
Vielleicht glaubt Förster, das Publikum im ausverkauften großen Gewandhaussaal könne nicht genug kriegen. Schließlich harrt es zu Beginn lautlos aus nach Samuel Barbers First Essay op. 12, nach nur knapp zehn absolut gefühlsechten Minuten mit einem zart klagenden Horn, in das die Streicher Erleichterung atmen, bevor Trompeten und Posaunenfanfaren gelinde mahnen, die Streicher nachhaken, ehe Klarinette und Flöte sich keck hervorwagen und alles in einem einzigen Fragezeichen endet. So dass der Dirigent erst verkünden muss, dass das Stück zu Ende ist, ehe der Beifall einsetzt.
Und dann können die Zuhörer auch nicht genug bekommen von Shaun Choo, dem 18jährigen Pianisten aus Singapur, der schon im ersten Satz von Rachmaninows zweitem Klavierkonzert cmoll op. 18 so viel weiche Versöhnlichkeit in die bittersüße Pein packt, dass man doch glauben möchte, das Glück sei nur im adelnden Schmerz zu finden. Choo, der technische Brillianz locker aus dem Ärmel schüttelt, der im Adagio sostenuto Obertöne
wie Tropfen kristallklaren Quellwassers perlen lässt, um sie kurz danach samtig schimmern zu lassen. Der im Allegro scherzando ein Legato hinlegt wie handgeknüpft. Der im Orchester Seelenverwandte findet mit zarter Klarinette, wunderbarem Horn und sanften Violinen. Und doch gefangen ist im Korsett des unerbittlichen Dirigentenschlags, der nicht dem Herzen des Solisten, sondern dem Metronom folgt. Ritardando? Keine Chance. Trotzdem gibt es BravoRufe und Jubel, die der Pianist mit Chopins Polonaise Nr. 6 AsDur op. 53 ("Heroische") belohnt.
Und obwohl "Nichts!" die richtige Antwort auf Förster Frage nach dem "was" nach Beethovens Fünfter gewesen wäre, schiebt er den zweiten Satz aus Mendelssohns "Italienischer" hinterher. Als Ausblick auf die nächste Konzertsaison, die für das Akademische Orchester am 25. Oktober beginnt. (LVZ vom 02. Juni 2010)
 
Samtig, fein, intim
Ist das eine elegante Musik! Maurice Materlincks symbolsattes Drama "Pelléas et Mélisande" hat ja so einige musikalische Meisterwerke des fin de siècle angeregt: Debussys einzige Oper zum Beispiel, eine üppige Tondichtung von Schönberg und eben eine feinsinnige Orchestersuite von
Gabriel Fauré. Lyrisch klingt sie und tieftraurig, obwohl reduziert in der Emotion. Das Akademische Orchester fühlt sich ein in diese Klangwelt in seinem fünften Saisonkonzert am Montag im Großen Saal des Gewandhauses. Plastisch spielen die Holzbläser ihre Soli, samtig zeichnen die Streicher die fein abgestuften Emotionen der Partitur nach. Melancholie verströmt die Sicilienne, der Schlusssatz, "Der Tod Mélisandes", verstummt in Wehmut.
Solch intime Musik passt hervorragend zu Mozart, zu seiner Sinfonia concertante für Bläser KV 297b. Die Solisten, Thomas Ziesch, Ralf Götz und Albert Kegel vom GewandhausBläserquintett sowie Frank Sonnabend als Gast, treten im Adagio in vielgestaltige Dialoge und lassen den abschließenden Variationensatz zum apart hüpfenden Kehraus werden.
Auch Robert Schumanns Vierte ist, obwohl große romantische Symphonie, ein Werk der Verinnerlichung und der Nuancen. Thematische Bezüge durchziehen das Werk, das vom Komponisten als Einheit gedacht ist und nicht als schiere Abfolge von vier Sätzen. Das ist, wie so vieles von Schumann, zwar publikumswirksam, aber keineswegs plakativ.
Das Akademische Orchester holt unter der Leitung von Horst Förster ein Maximum heraus aus diesem Stück, spielt mit großem Engagement und hoher Präzision. Einzig bei raschen Tempowechseln kommt es gelegentlich zu Verständigungsschwierigkeiten. Gleichwohl, der rote Faden, er ist da. Fesselnd baut sich die Einleitung auf, der Spannungsbogen reicht bis ins Finale, mit seinen Blechbläserchören und der rasanten Schlusssteigerung.
Gerade erst haben die Akademiker ihr Programm für die nächste Spielzeit vorgestellt. Die Vorfreude ihrer Abonnenten ist groß. (LVZ vom 21. April 2010)
 
Akademisches Orchester: die Frauen sind die Stars

Für ihr fortschrittliches Frauenbild ist die Welt der Oper und Operette des 19. Jahrhunderts ja nicht unbedingt bekannt. Insofern ist es auch wohl weniger als (ironischer?) Beitrag zu aktuellen GenderDebatten zu verstehen, wenn das Akademische Orchester den Internationalen Weltfrauentag mit Schmankerln aus ebendieser Welt versüßt. Eher wohl als Galakonzert für die Frauen, ihnen sind an diesem 8. März im Gewandhaus Schaustücke wie die Ouvertüre zu Otto Nicolais "Lustigen Weibern von Windsor" gewidmet. Und, mehr noch, sie sind die Stars des Abends, als Solisten in teilweise spektakulären Partien.
Jessica Glatte beeindruckt mit dem virtuosen Gesangspart von Johann Strauß' "FrühlingsstimmenWalzer", steht schon fast ein bisschen zu sehr unter Strom. Kathrin Göring gibt mit Spielfreude und wohligem Timbre den Prinzen Orlofsky aus der "Fledermaus". Zusammen betören die Damen ihr Publikum mit dem sphärischen Blumenduett aus Délibes "Lakmé".
Als Dritte im weiblichen Bunde tritt eine Instrumentalistin hinzu, die 16 Jahre junge Geigerin Bomi Song. Ihre Darstellung des Adagios aus dem berühmten Konzert von Max Bruch ist vielversprechend. Doch ungleich atemberaubender noch die Nonchalance, mit der sie die berüchtigten "Zigeunerweisen" von Pablo de Sarasate spielt, die ja geradezu ein Kompendium geigerischer Schwierigkeiten bilden.
Alle diese Auftritte wären natürlich nicht halb so glanzvoll, würden sie nicht von einem fabelhaft vorbereiteten Akademischen Orchester unter der gewohnt souveränen Leitung von Horst Förster gestützt. Auch in den reinen Orchesternummern überzeugt das Ensemble vollauf. Schöne Farben, differenzierte Dynamik und Esprit bieten Förster und seine Musiker. Dvoráks berühmter Slawischer Tanz in emoll hat feinen Schmelz, Straußens TritschTratschPolka das nötige Augenzwinkern. Viele der Nummern sind dem Publikum bestens vertraut.
Zum Abschluss des Abends kommen noch einmal die Sängerinnen zum Zuge, in der, man kann es nicht anders sagen, "unverwüstlichen" Barcarole aus "Hoffmanns Erzählungen" von Offenbach. Zauberhaft. Und so geht das Publikum, gehen Damen und Herren gut gelaunt und innerlich gewärmt hinaus in die spätwinterliche Kälte. Doch halt, natürlich lässt das Akademische Orchester sie nicht ohne Zugaben gehen. Und richtig, der RadetzkyMarsch durfte an so einem Abend nicht fehlen.
Ein Riesenspaß, den Frauen zur Ehre. (LVZ vom 10. März 2010)

 
Satte Akademiker
Ein Doppelkonzert stellt einem Orchester zwei Soloinstrumente an die Seite. Diese können klanglich vereint schreiten oder sich gleichsam duellieren. Am Montagabend scheinen sich die Solisten beim Akademischen Orchester für letztere Variante entschieden zu haben. Im Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll von Johannes Brahms nehmen Frank Michael Erben und Peter Bruns ihre Parts sportlich: mit viel Temperament, auf individuelle Art gefühlvoll gestrichen, aber nicht hundertprozentig aufeinander abgestimmt.
Unterschiedlichen Tempovorstellungen in den großformatigen Melodiebögen fallen vor allem im langsamen Satz auf. Aber auch im Allegro machen alle Beteiligten eher ihr Ding und sind mäßig koordiniert, obwohl die Soli eigentlich eng mit dem Orchester verzahnt sein sollten.
Einen ganz anderen Eindruck vermittelt Joseph Haydns Oxford Sinfonie.
Ein geschlossener Streicherklang, harmonische Bläsersätze bei lockerflockigem Spiel so führt Horst Förster seine Akademiker durch das heitere Werk.
Vielfarbig hat Igor Strawinsky 1919 seine Suite aus dem Ballett "Der Feuervogel" zusammengestellt. Förster baut mit seinem Klangkörper in der Einleitung Spannung auf. Die Streicher lassen den Vogel flattern, der kurz um die Ecke schaut. Dann geht der "Reigen der Prinzessinnen" ohne große Vorkommnisse vorüber, aber als mit dissonanten Schlägen der
aggressive Höllentanz des Fürsten Kasteï beginnt, ist die Aufmerksamkeit des Publikums wieder gebannt. Mit dem aufgeregten Einsatz von Blech und Schlagwerk entwickelt der verrückte Tanz eine faszinierende Kraft. Umso beruhigender wirkt das Schlaflied mit wunderschönen Oboen und
Fagottmelodien über dem wiegenden Orchester, das sogleich in den festlich fröhlichen Ausklang übergeht. Die breit aufgestellten Akkorde strahlen in den Saal: geschlossener, satter Sound. (LVZ vom 27. Januar 2010)
 
Beethoven und Matthus zum Mauerfall
Was könnte man zu so einem festlichen Anlass auch Anderes spielen? Für sein Festkonzert im Gewandhaus, auf den Tag 20 Jahre nach dem Mauerfall, hat das Akademische Orchester natürlich Beethovens neunte Symphonie ins Programm genommen. Der Abend steht unter dem Motto „Freiheit schöner Götterfunken“ und spielt damit auf das legendäre Berliner Konzert Leonard Bernsteins vom Dezember ’89 an, in dem die veränderten Schiller-Verse der Freude über das Ende eines unfreiheitlichen Regimes Ausdruck verliehen. Ein geschichtsträchtiges Konzert also. Doch die Akademiker lassen es nicht dabei bewenden. Sie haben einen Kompositionsauftrag erteilt, an Siegfried Matthus, im Bewusstsein, dass Geschichte ohne Gegenwart ebenso leblos ist wie Gegenwart ohne Geschichte.
Er habe von Zitaten abgesehen, zitiert das Programmheft Matthus, doch ganz ohne Beethoven konnte er sich wohl doch kein Werk vorstellen, das auf Schillers „Ode an die Freude“ Bezug nimmt. Und so blitzt im vierten von neun „Sinfonischen Intermezzi“ der Scherzorhythmus aus der Neunten – durch, schelmisch und unverkennbar.

Das Akademische Orchester musiziert auf hohem Niveau, bietet herrliche Soli und fein ausgehörte Klangfarben, spielt unter von Horst Förster präzise zusammen. Einem so guten Orchester dürfte sein Dirigent einiges mehr an Elan abverlangen. Gerade die Streicher spielen bisweilen etwas brav. Nichtsdestotrotz: ein würdevolles Konzert. Und spätestens im Beethoven-Finale hat sich das Ensemble frei gespielt, mit Unterstützung eines wunderbar sich mischenden Solistenensembles (Cordula Berner, Carolin Masur, Fritz Feilhaber und Likka Leppänen) und des kernigen Philharmonischen Chors aus Dresden. (LVZ vom 11.November 2009)
 
Rasant, melancholisch, fröhlich

"Ouvertüre" heiß auf Deutsch "Eröffnung" und bietet sich damit nachgerade als Konzertauftakt an wie am Montagabend im Großen Gewandhaussaal zum dritten Akademischen Konzert. Das spannt mit Werken von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Nikolai Rimsky Korsakov und Peter Tschaikowski einen weiten Bogen. Und beschert dem Publikum mit Bachs Ouvertüre Nr. 1 CDur BWV 1066 gleich zu Beginn gute Laune bei solch frisch und leicht musizierter Barockmusik. Das Akademische Orchester spielt unter Horst Förster hier in kleiner, aber feiner Besetzung. Vor allem die Instrumentalsolisten Barbara Wiermann, Heidrun Ebert (beide Oboe) und Philipp Löschau (Fagott) machen aus dem Bachschen Dauerrenner auf heimischen Konzertpodien am Montag im Gewandhaus ein exzellentes Kleinod.

Dabei ist die Serenade aber nur ein kleiner Ausflug in die Schwermut, denn eigentlich reist das Akademische Orchester in die russische Märchenwelt. Beim Festzug des Zaren Berendey und dem Tanz der Spielleute aus RimskiKorsakovs Oper "Schneeflöckchen" gibt es unbeschwerte Transparenz mit Streicher Pizzicati, einer kecken Trompete und leichtfüßigem Holz und doch opulente Fröhlichkeit und ganz viel russische Seele.

Zum Träumen schön ist schließlich Tschaikowskis "Dornröschen"Suite op. 66a. Ein homogener, schlanker Streicherklang zu flott blubberndem Holz, märchenhafte Harfenklänge und festliche Beschwingtheit im finalen Valse da ist den Musikern der begeisterte Beifall des Publikums im voll besetzen Saal sicher.

Und damit Sie jetzt nicht im DreiviertelWalzerTakt nach Hause tänzeln müssen, so Förster, gibt es den Trepak aus Tschaikowskis "Nussknacker" als Zugabe gleich hinterher. So rasant, so knackig, so schwungvoll, wie ein "Rausschmeißer" eben sein soll. Dann ist wirklich Schluss. (LVZ vom 9. Dezember 2009)

 
Das Akademische Orchester sorgt unter Horst Förster für Hochstimmung im Gewandhaus...
…Am Montagabend gibt es die immer wieder gern gehörten Reflektionen des tschechischen Komponisten (Dvorak-9. „Aus der neuen Welt") unter Försters sparsamem Schlag in beglückender Vollendung: hinreißende Soli von Horn, Oboe, Flöte, Fagott und Englisch-Horn, funkelndes Blech und eine Streicherfraktion voller Glanz und Anmut - selten erklingen 14 erste Geigen in solcher Einigkeit und Zartheit wie in Dvoraks Largo.
Der begeisterte Applaus danach passte sehr gut dazu…(LVZ vom 04. Juni 2008)
 
Großartiges Konzert des Akademischen Orchester Leipzig in der Stadthalle von Sondalo...
...Die ersten Töne des Orchesters sind sofort gekennzeichnet durch Natürlichkeit, Präzision, sorgfältige Behandlung der koloristischen Effekte, ein Resultat langer Arbeit, die Förster persönlich seit Gründung des Orchesters geleistet hat…

Die Begeisterung des Publikums zeigt sich auch nach einer tadellosen 3. Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy, der „Schottischen“, voller visueller Orte, raffinierter und rätselhafter Atmosphären, die das Orchester und der Stab von Förster mit mitreißendem Farbenspiel auszudrücken wissen: ständig sich jagende Wolken oder Wellen, die sich in schnellen Strudeln bis zum Ausbruch des Finales auflösen, wo alle Instrumente, unterstützt von den mächtigen Pauken, mit einem kraftvollen Akkord schließen. Und zu guter Letzt, wir wollen annehmen als Reverenz an das Gastgeberland, schenkt uns das Akademische Orchester Leipzig einen wunderschönen vierten Satz aus der 4. Sinfonie von Mendelssohn, der „Italienischen“. (La Provincia" vom 23. November 2007) Übersetzung: Anja Morgenstern
 
Gelassen navigiert
Knapp 4000 Ohren dürften das Akademische Konzert im Gewandhaus verfolgt haben. Treue Ohren, den dazugehörige Hände nicht nur gerne applaudieren, sondern beflissen die Aboscheine für die nächste Spielzeit ausfüllen und die Abendkasse damit an die Grenze des Machbaren bringen. Letzteres ist für Dirigent Horst Förster Lebensmaxime. Mutig und mit der ruhigen und erfahrenen Hand des Alters navigiert er das Orchester bis in Grenzbereiche, deutet hier an, nimmt dort auf, ohne zu forcieren oder ins Plakative abzudriften. Schönes Ergebnis: Die Musiker legen sich ins Zeug selbst wenn die Tempi eher geruhsam sind (Brahms-2.Sinfonie).
(LVZ vom 26. April 2007)
 
Akademisches im Gewandhaus
…Wie immer wohltuend zurückgenommen und solide führt der Dirigent und Gründer des Amateursinfonieorchester, Horst Förster, seine Musiker, etwa bei Brahms‘ wunderschöner, mit großer Anmut gespielter A-Dur-Serenade. Musiker und Dirigent führen ihre begeisterten Zuhörer schließlich mitten hinein in Tausendundeine Nacht und bekommen für ihre Interpretation von Nikolai Rimski-Korsakows‘ symphonischer Suite Scheherazade herzlichen und langanhaltenden Applaus. (LVZ vom 20. Dezember 2006)
 
 
Schräges
 
 
"Über Mozart spricht man am besten gar nicht: Das war ein kleiner Lustmolch, der den "Don Giovanni" geschrieben hat, um den Deutschen damit auf die Nerven zu fallen." (Claude Debussy)

"Chopin ändert ständig seine Absichten. Das einzig Beständige an ihm ist sein Husten."
(Marie D'Agoults)

„Beethoven besaß einen so miesen Charakter, dass er nur deshalb taub wurde, damit er seine Zeitgenossen mit seinen letzten Quartetten besser langweilen könne." (Claude Debussy).